Über das Leben

„Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.“

– Samuel Butler (1835-1902)

Im letzten Jahr und auch bereits in diesem Jahr sind einige Menschen die ich kannte entweder in kürzester Zeit oder plötzlich verstorben. Menschen die noch ein ganzes Leben vor sich hatten. Menschen die junge Kinder hinterlassen haben. Menschen die noch viel zu jung waren, um von uns zu gehen. Das hat mich persönlich sehr beschäftigt und auch zum nachdenken gebracht.

Wir alle sind nämlich davon überzeugt, dass der Tod uns erst im hohen Alter treffen wird. Wir rechnen nicht damit, dass es jeden von uns in den nächsten Sekunden, Minuten oder Stunden treffen könnte. Und ich bin mir sicher, dass wir alle nicht das Leben so genießen, wie wir eigentlich sollten.

Ich fange an über das Leben ganz anders zu denken, dass Leben auf einer ganz anderen Weise zu schätzen. Ich bin erst 18 Jahre alt und mache mir bereits Gedanken darüber, wie ich mein Leben unvergesslich machen könnte. Wie ich (hoffentlich) irgendwann sagen kann, dass ich dieses Leben in vollen Zügen genossen habe. In der heutigen Welt rauscht mit dem ganzen Social Media und den ganzen Smartphones/Pc’s das Leben an uns vorbei und das merken wir nicht einmal. Wir sind damit beschäftigt ein schönes und erfolgreiches Leben in der virtuellen Welt zu produzieren und vergessen hierbei das wahre Leben. Wir brauchen Stunden um Fotos zu schießen, sie zu bearbeiten und dann noch zu entscheiden welches man davon auswählen sollte. Und ja, ich spiele zwar keine Spiele, aber auch was Social Media betrifft, bin auch ich daran beteiligt. Ich brauche erst mal Zeit um den Gegenstand oder das Gericht schön in Position zu legen, dann werden erst mal hunderte von Fotos gemacht und dann muss das ganze auch noch bearbeitet werden. Aber dann kommt noch hinzu, dass ich mich (mal wieder) nicht entscheiden kann, welches ich nun nehmen soll, damit es auf Plattformen wie Instagram etc am besten rüberkommt. Ich merke oftmals selbst, dass mir das unheimlich viel Zeit kostet. Aber es macht mir Spaß, es gehört mittlerweile zu meinen Hobbys. Und dann sehe ich ältere Menschen, wie auch meine Eltern, wie sie auf diversen App’s ein Leben entwickeln. Ein Leben das sie womöglich glücklicher machen würde. Sie erstellen ihre eigene Farm, ihren eigenen Kriegsplatz oder irgendwelche andere Welten in denen nur sie die MACHT haben. In denen sie ganz alleine entscheiden können was als nächstes passieren wird. Aber es ist die virtuelle Welt, die sehr viel Zeit einnimmt. Eine Welt, die nicht dem wahren Leben entspricht. Man vergisst/vernachlässigt die Menschen die wirklich existieren. Aber wieso erstellt man sich diese Welten? Wieso macht das einem so Spaß sich mit solchen Spielen so zu beschäftigen? – weil man hierbei einfach das reale Leben mit den Höhen und Tiefen vergisst, diese „Spielwelt“ ist einfach perfekt. Es macht süchtig, ja es ist eine SUCHT. Die man sich selbst eingestehen muss, eine SUCHT wie Drogen, Alkohol oder Zigaretten. Nur das diese Sucht nicht wirklich die Gesundheit schädigt, aber das eigene Leben. Das sowieso schon viel zu kurz ist. Meine Eltern beispielsweise sind in meinen Augen die hilfsbereitesten und besten Menschen auf dieser Welt, sie würden alles für meine Geschwister und mich machen. Aber auch sie verpassen sehr viel aus unserem Leben, dank diesen App’s. Und genau diesen Punkt finde ich schade. Denn ich sehe es immer wieder in anderen Familien, wie sich plötzlich alles verändert.

Wie auf einmal einem jungen Vater einen Tumor diagnostiziert wird. Und sich die Welt innerhalb 4 Monaten ruckartig verändert. Und mit gerade mal 31 Jahren den Kampf gegen den Krebs verliert und 2 wundervolle kleine Kinder hinterlässt. Denkt ihr, dass er sich bis vor einem Jahr noch dachte, dass er im nächsten Jahr leider aus dieser Welt gehen muss?

Wie ein lebensfroher 18 jähriger, sich morgens noch bei seiner Freundin verabschiedet, sich auf den Weg zur Ausbildung macht und auf einmal durch einen tragischen Autounfall um das Leben kommt. Denkt ihr, dass er sich das am Abend davor dachte, dass am nächsten Tag für ihn alles vorbei sein wird?

Wie auf einmal eine 21 jährige durch einen „nicht auskurierten grippalen Infekt“ an einer Lungenembolie erkrankt und daran auf schlimmer Weise verstirbt. Denkt ihr, dass sie sich gedacht hatte, dass eine Grippe irgendwann der Auslöser für ihren Tod sein würde?

–  Kein Mensch denkt sich, dass er so jung verstirbt, denn wir denken alle darüber nach, wie es ist zu altern. Was ich euch damit sagen möchte, lernt euer Leben zu schätzen. Nimmt nicht jeden kleinsten Schmerz zu ernst, es gibt Menschen auf der Welt denen es wirklich schlecht geht. Reduziert eure Risikofaktoren für Erkrankungen, versucht das Rauchen aufzuhören, versucht euch einigermaßen gesund zu ernähren, nehmt keine Drogen und überarbeitet euch nicht. Ihr müsst euer Leben nicht noch mehr verkürzen. Genießt das Leben mit eurer Familie und euren Freunden, geht feiern, geht schön essen, macht das was EUCH glücklich macht.

Das Leben läuft nicht nach Plan, wenn es schlecht läuft, dann läuft es sehr schlecht. Denn es kommt alles auf einen Schlag, aber es macht uns stärker. Wir lernen dadurch zu überleben. Denkt positiv und zieht aus jedem negativen Ereignis eine Erfahrung für die Zukunft. Und vergisst wirklich nie, dass es uns Menschen in Deutschland (teilweise) echt gut geht. Denn mit einigen Menschen möchte ich wirklich nicht tauschen, ich würde nicht gerne dabei zuschauen wollen wie mein Zuhause bombardiert wird, wie meine Geschwister oder Eltern vor meinen Augen umgebracht werden. Ich würde nicht wollen das mein 11 jähriger Bruder den ganzen Tag für einen sehr niedrigen Lohn sich die Hände wund arbeiten muss, nur damit wir überleben können…

Denkt mal darüber nach

parents

myself

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